Wie sage ich etwas Nettes über etwas, das ich ganz schrecklich finde?

  • Die neue Frisur der Kollegin ist… unterirdisch
  • Der Anzug vom Chef sieht aus wie von seiner Konfirmation
  • Der Vorschlag des Vorstandsassis ist völlig undurchdacht

Am liebsten möchte man – aber natürlich tun wir es nicht. Stattdessen winden wir uns mit Floskeln, was die Betroffenen natürlich bemerken (Mikromimik) und bestenfalls schmollen. Wer will sich schon´nen schlechten Fuß beim Vorstand machen …

Aber was sagen, wenn man gefragt wird?

Nehmen Sie Ihren ersten Impuls genauer unter die Lupe …

Den ersten Gedanken zu durchleuchten bringt Ihnen beste Ansatzpunkte, etwas zu sagen, was Sie auch meinen, ohne dass Sie sich verbiegen müssen, Ärger einhandeln oder jemandem auf den Schlips treten.

1. Überlegen Sie, warum Sie die Angelegenheit so empfinden und
2. was es daran Positives oder Bemerkenswertes gibt.

… und suchen Sie eine ehrliche und nette Antwort

Hier einige Vorschläge zu den Beispielen von oben:

  • Frisur: So würde ich doch nicht herumlaufen!
    ⇒ Wenn sie so herumläuft, muss sie schon sehr mutig und selbstbewusst sein und diese Frisur ganz toll finden. Oder die Frisur ist eben gerade „modern“.
    Antwort: „Echt selbstbewusst“, „Mal was ganz Modernes“, „Auf keinen Fall langweilig“
  • Anzug: Der sieht aus wie ´ne Presswurst von Anno Knips, das einzig Akzeptable ist die Farbe. Naja, die Siebziger sind wieder in … wenigstens ist der Schlips von heute.
    ⇒ Wer sich so kleidet, denkt wahrscheinlich: die Hauptsache ist doch, man trägt im Job einen Anzug.
    Antwort: „Angenehme Farbe, sieht businessmässig aus“, „Schöne Krawatte!“
  • Vorschlag: In dieser Form völlig unbrauchbar und nicht zu Ende gedacht.
    ⇒ Warum auch immer er diesen Vorschlag gemacht hat, finden Sie das zuerst heraus: sollte er oder wollte er? Wie verliebt ist er in das Thema? Sonst rudern Sie vielleicht in die falsche Richtung …
    Antwort: „Interessant! Wie sind Sie auf das Thema gekommen?“ Falls das Thema an sich dran ist: „Prima, dass Sie das Thema anfassen!“

Die Beispielantworten sind ehrlich, Sie brauchen nicht zu lügen und niemand ist düpiert. Sie haben eben nur einen Teil Ihrer Meinung gesagt 😉 Am besten kurz und knackig, mit zu vielen Worten entlarvt man sich.
Machen Sie einfach einen neuen Rahmen um die Sache. Ist doch ganz leicht, oder?