Versteckte Emotionen erkennen

Menschen unterdrücken oft ihre wahren Gefühle und zeigen eine gespielte Mimik oder verstecken sie, z.B. hinter einem Lächeln. Doch für Sekundenbruchteile huscht das wirkliche Gefühl über das Gesicht.

Das Geheimnis der Mikromimik

Mit unserer Mimik drücken wir unsere Emotionen auf dem Gesicht aus: das geschieht automatisch und ist uns für viele Gefühle angeboren. Man kann Mimik zwar unterdrücken, aber nur, wenn man sich ganz bewusst darauf konzentriert. Und je extremer, stressiger oder unerwarteter eine Situation ist, desto weniger
gelingt uns das. Fast immer „zuckt“ es doch.

Da wir uns aber hauptsächlich mit Worten verständigen, achten wir oft nicht auf die Mimik unseres Gesprächspartners. Dadurch entgeht uns alles das, was er oder sie nicht sagt, aber empfindet.

Das gilt besonders für die mimischen Mikroausdrücke, die nur 1/5 bis 1/125 Sekunde auf dem Gesicht erscheinen. Normalerweise dauern mimische Ausdrücke eine halbe bis 4 Sekunden. Also bis zu 500mal länger!

Wie kann ich das Erkennen von Mikroausdrücken lernen?

Das Erkennen der grundlegenden Gefühle ist uns angeboren, es kommt also „nur“ darauf an, sich dieses vorhandene Wissen bewusst zu machen und zu trainieren:

  • unsere Aufmerksamkeit erhöhen,
  • das Erkennen der verschiedenen Gesichtsausdrücke erlernen,
  • üben, um die Mikromimik innerhalb von Sekunden­bruchteilen ohne Verwechslung sicher einschätzen zu können.

Das Ziel ist, unsere Konzentration auf die Mimik auszuweiten – nicht, sie von der Sprache wegzunehmen.

Werden die Menschen nun völlig durchschaubar?

Gewiss nicht. Unsere Gedanken kann niemand lesen. Wer lieber ein Pokerface zeigt,muss seine Emotionen völlig kontrollieren. Aber man sollte sich vorher überlegen, ob Undurchschaubarkeit meinem Ziel wirklich förderlich ist.

Ist Missbrauch möglich? Nur sehr bedingt, denn auch über mein Gesicht laufen Mikroausdrücke, die der andere seinerseits bemerkt. Selbst, wer nicht geschult ist, hat das „komische Gefühl im Bauch“ und wird vorsichtig.

Wie lässt sich diese spezielle Fähigkeit einsetzen?

Das Gelingen eines Gesprächs hängt zum größten Teil davon ab, ob die „Chemie“ stimmt: ob wir uns mit dem anderen wohl fühlen. Wenn wir ihm oder ihr vertrauen, uns ernst genommen und respektiert fühlen, dann sind wir auch aufgeschlossen.

Wenn ich also die Gefühle des Gesprächspartners wahrnehme – besonders die, die nicht offen gezeigt werden – kann ich darauf eingehen.

Dann lassen sich z.B. Missverständnisse, unausgesprochener Ärger und Vorbehalte ausräumen. Oft wartet der andere nur darauf, dass ich den ersten Schritt tue und ihman der Nasenspitze ablese, was ihn bewegt und es anspreche – oder eben das Themalieber fallen lasse. Andererseits kann ich erkennen, was jemanden begeistert.

Für alle, die beruflich Menschen einschätzen oder verhandeln, ist die Fähigkeit, Mikromimik zu interpretieren, ein entscheidender Faktor der nonverbalen Kompetenz.

Und es gibt noch einen positiven Zusatzeffekt: ich habe die Erfahrung gemacht, dass man durch das Beachten der Mikromimik insgesamt aufmerksamer wird für alle Gesprächspartner und auch auf Tonfall, Stimme und Körpersprache verstärkt achtet.

Dadurch kommunizieren Sie in jeder Situation erfolgreicher!

Für wen ist diese Fähigkeit wichtig?

Für alle die, die Menschen überzeugen, einschätzen oder führen müssen:

  • Key-Account-Manager und Vertriebsmitarbeiter
  • Verhandler auf höheren Ebenen (zB Kooperationen, Lieferverträge)
  • Führungskräfte
  • Personaler, Recruiter, Personalberater
  • Trainer und Ausbilder
  • Einkäufer
  • Projektleiter
  • Spezialisten für interne Projekte (zB Controlling, Compliance, Sicherheit, Wissensmanagement)

 

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